Change has come- auch in der Wirtschaft?

Jetzt wo wir die Auswirkungen der Finanzkrise überall zu spüren bekommen, hat der erhoffte Wandel in den Vereinigten Staaten eingesetzt und erstmals zieht ein Afroamerikaner in das Weiße Haus ein. Die Medien berichten von einem diszipliniert durchgeführten Wahlkampf, der Barack Obamas Sieg ermöglicht hat. Ich bin zuversichtlich, dass die anstehenden Herausforderungen von der neuen Administration bewältigt werden können. Ich rechne aber damit, dass es dank einer verstärkten internationalen Zusammenarbeit es trotzdem lange andauern könnte, um die Wirtschaftskrise zu überwinden.
Jetzt diskutiert man darüber ob man das Finanzsystem nicht umfassend reformieren möchte. Man redet von verstärkten Kontrollen, aber ich nehme bisher noch keine großen Zusagen wahr. Der scheidende US_Präsident George Bush gibt indes bekannt keine großen Veränderungen anzustreben, weil er an die freie Marktwirtschaft glaube. Das kann er einfach so behaupten, weil er nach acht Jahren Vernichtung eh schon abtritt.
In einem Presse-Artikel habe ich gelesen, dass es sich bei Obama um einen extrem nachdenklichen, differenzierten Typ handelt, der zuerst alle Meinungen hören möchte um eine Entscheidung zu treffen. (1.) Angesicht der Finanzkrise und der manifesten Rezession ist das eine enorm bedeutsame Eigenschaft. Man kann Obama auch vorwerfen er sei entscheidungsschwach und das in einer Zeit wo Entscheidungen anstehen. Aber ich glaube, dass man gerade jetzt Vernunft braucht. Ich halte die Obama-Berater für ausgewiesene Experten, die viel Wissen über ihr Handwerk haben.
An der Wirtschaftskrise werden die Menschen noch lange nagen. Der Konsum geht zurück und verschlimmert die Konjunkturdaten. Es ist aber verständlich angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit nur mehr geringe Ausgaben zu machen. Die hochverschuldeten Amerikaner sollten sich überhaupt überlegen zuerst nicht doch lieber die Schulden abzubezahlen. So eine einfache Kreditvergabe darf nicht mehr ohne weiteres erfolgen. Gleichzeitig muss aber das Misstrauen der Banken beendet werden, daher die staatliche Intervention. Das wird aber nicht ausreichen. Für die Bewältigung der Krise muss nicht nur eine Reform des Finanzsystems ausdiskutiert werden, sondern auch die staatlichen Ausgaben durch Konjunkturprogramme insbesondere der Infrastruktur angekurbelt werden. Ist die Auftragslage hoch, kann teure, steuerfinanzierte Arbeitslosigkeit vermieden werden und Angebot und Nachfrage, sprich Konsum, angetrieben werden. Außerdem gehören die Steuern merklich gesenkt, um eine stärkere Konsumtätigkeit herzustellen.
Ein Steuersenkungs- und Ausgabenerhöhungspaket erhöhen gleichzeitig Defizit und Staatsverschuldung. Dieses Risiko muss trotz der gewaltigen Finanzierungsprobleme eingegangen werden. Ich würde aber nicht die Sozialausgaben reduzieren. Das wäre ein ganz schlechtes Signal. Lieber neue Schulden in Kauf nehmen und unnütze Finanzierungen wie ausgiebige Subventionenen oder Doppelgleisigkeiten in der Verwaltung streichen. Das ist aber -wohlbemerkt- leichter gesagt als getan. 
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(2.) ein interessanter Artikel wurde von Robert Misik verfasst:
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