State of Denial

Bob Woodward ist einfach ein bemerkenswerter Journalist. Er war es wohl, der gemeinsam mit seinem Kollegen der Washington Post Carl Bernstein, die Watergate-Affäre aufgedeckt hatte und damit einen neuen Stil des Journalismus begründete, des investigativen Journalismus. Seither wird jeder Skandal mit dem Suffix -gate angeführt. Er erhielt dafür unter anderem den Pulitzer-Preis und wird als einer der wichtigsten Journalisten der USA gesehen. Er ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt vier detaillierte Berichte über die Kriege des George W. Bush. Dabei hat er sich bei Politikern, Militärs und Regiérungsmitarbeitern einen außergewöhnlichen guten Draht aufgebaut, der ihm Zugang zu Informationen, Daten, Akten, Transkripte, persönlichen Gesprächen, Interviews und Tonband-Aufnahmen gewährt.
Das alles trägt er in einem Buch streng chronologisch zusammen, wodurch der Leser Verständnis in den inneren Verflechtungen der Regierungsbürokratie erlangt. Selbst eingefleischte Republikaner, die leidenschaftlich gegen die Bürokratie wettern, stützen sich hinterm Rücken begeistert darauf. Und so erkennt man auch, wie der politische Entscheidungsprozess in Washington abläuft.
Hauptthema beim 2006 erschienen dritten Band Woodwards in der Reihe Bush at War ist das Missmanagement der Bush-Regierung nach dem Einmarsch im Irak. Bemerkenswert bleibt am Ende, dass über innere Angelegenheiten, persönliche Gespräche auf Ministerebene, mit Vizepräsdient, Präsident, Stabschef, Mitarbeiter und außenstehende einflussreiche Personen, so detailliert berichtet wird und dadurch ein Anspruch des österreichischen Bundespräsidenten(1.) erfüllt wird- wenn auch unfreiwillig- , ein gewählter Repräsentant solle transparent im Handeln und Denken sein. Sehr empfehlenswert. (2.)
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Ein relativ neuer Washington Post Beitrag mit persönlicher Befragung Woodwards über sein viertes Bush at War Buch: http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/discussion/2008/09/04/DI2008090402466.html
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