Neuer Präsidentschaftskandidat

Es wurde endlich Zeit. Der gewählte US-Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei Barack Obama verkündete gestern seine Nominierung in Minnesota. (1.) Zahlreicher frenetischer Jubel herrschte in der Xcel Energy Center, wo John McCain im September bei seiner offiziellen Nominierung sprechen wird. Jetzt redet man bereits, dass die Partei viel zu getrennt sei und dass die Teilung erstmal überwunden werden sollte. Clinton indes denkt nicht ans Aufgeben, sie wolle ihre Entscheidung erstmal überdenken (No Concession).(2.) Die Washingtom Times berichtet es sei eine starke Polarisierung feststellbar, denn weiße Penionistinnen und Arbeiter unterstützen Clinton , während Obama bei Unter-30 Jährigen und Schwarzen gut ankommt.(3.)
Daher ist das einzig Sinnvolle, das Senatorin Clinton machen kann ihren innerparteilichen Konkurrenten Obama zu unterstützen. dass sie eine Entscheidung aufschiebt ist für viele nicht zu verstehen. Eitelkeit bringt sich in diesem Rennen nichts mehr. Denn sie darf eines nicht vergessen: der echte politische Gegner ist nicht Obama (er ist ja Demokrat), sondern John McCain und der freut sich, wenn die Demokraten weiterhin streiten. Es gilt zu bedenken, dass zahlreiche Clinton-UnterstützerInnen weiterhin hinter ihr stehen und lieber McCain wählen würden, weil sie einfach keine Schwarze mögen. Obama weiß daher, dass er Clintons Unterstützung benötigt. In seiner Minnesotarede gratulierte Obama Clinton zu ihrem Sieg in South Dakota.
Ich habe das Präsidentschaftsrennen schon einige Zeit beobachtet und hatte relativ wenig Verständnis für Clintons Unnachgiebigkeit, aber ich akzeptierte auch, dass das zu einem Politikercharakter dazugehört. Aber mittlerweile kann keiner verstehen warum sie nicht am Tag ihrer Niederlage auch eben dieses eingestehen konnte. Ihr Abgang kann versüßt werden. Obama nominiert sie als Außenministerin oder Gesundheitsministerin, damit Clinton eine wichtige Rolle in der künftigen Administration spielen kann. Sie kann ihre Forderung nach der umfassenden Krankenversicherung für alle Amerikaner umsetzen. Mit Obama hat die Senatorin bereits eine große Unterstützung.
Reagiert Clinton aber weiterhin gekränkt, wird den Clinton-Unterstützern nicht ausreichend signalisiert, dass Change nur mit einem Demokraten (also Obama) zu bewerkstelligen ist. Somit bleibt die Partei geteilt und die Demokraten laufen über zu McCain, der laut Obama zu 95 % hinter Bushs Gesetzesvorlagen steht. Noch schlimmer: Clinton müsste weiters auf ihre Gesundheitsreform verzichten nur weil ihr Verstand in diesen Stunden, Tagen und Wochen ausgesetzt hat. Ein Präsident McCain wird sich nämlich überhaupt nicht für Krankenversicherung interessieren. Er spricht sich gegen eine überbordene Bürokratie aus- das ist der Wunschgedanke jedes rechten Republikaners. McCain wird weiterhin Konzessionen an Großkonzerne betreiben und das dient nicht dem durchschnittlichen Menschen.
Eine weitere wichtige Frage ist die nach dem Vizepräsidentschaftskandidaten. Es kommen viele in Frage (4.), aber nur Clinton sei geeignet dazu. Ich hätte lieber einen anderen Kandidaten, der ebenfalls vereinigende Wirkung haben wird. Clinton selbst lehnt eine Vizekandidatur vorerst ab (5.). Mal sehen wie sie sich letztlich entscheiden möchte.
Die Fragen sind jedenfalls drängend. Die US-Truppen müssen aus dem Irak abgezogen werden. Tausende Soldaten und Hunderttausende Iraker sind bereits gestorben(6.) Der Krieg hatte keine Rechtfertigung, die USA ist nicht signifikant sicherer geworden, Massenvernichtungswaffen gab es ebensowenige wie eine Verbindung zum 11. September. Bush verstrickt sich von einer Lüge zur nächsten und wird nicht zur Rechenschaft gezogen. Kein Wunder, dass dann nur mehr ein Demokrat heilsam auf die USA wirken kann.
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