Redewettbewerb

Es ist mir eine große Freude meine Teilnahme am redewettbewerb verkünden zu dürfen. Ohne große Umschweife erstelle ich ein Manuskript meiner Rede, das nicht direkt im Wortlaut ist.
 
Sehr geehrte Damen und Herren!
 
Können Sie sich vorstellen mit weniger als einem Dollar auskommen zu müssen? Dieses Schicksal betrifft nämlich 1,2 Milliarden Menschen auf dieser Erde. Wenn dieses Schicksal Sie nicht erwischt hat, dann hat es Sie gut erwischt. Ich komme hiermit zum Thema: Armut. Sie ist eine Geißel der Menschheit.
Fangen wir mit der Armut in Österreich an: Was sind die konkreten Auswirkungen der Armut? Das fängt an mit der schlechten Gesundheitsversorgung, das zu akuten und chronischen Krankheiten führt. Die Häuser, in denen die Betroffenen leben, sind abgefallen und schlecht versorgt, von den Obdachlosen gar nicht zu sprechen. Ihre Bildungschancen sind sehr schlecht und diese reproduzieren sich über die Generationen hinweg und hindert die Betroffenen an einem sozialen Aufstieg.
Wer ist nun von dieser Armut betroffen? Es handelt sich vor allem um Frauen und Alleinerziehende, Kinder, Migranten, Familien mit vielen Kindern, Erwerbslose und Personen mit geringem Einkommen trotz Erwerbstätigkeit, also die sogenannten working poor, die einen beträchtlichen Anteil an den Armutsgefährdeten darstellen.
420 000 Personen- das sind 5,2 % der Wohnbevölkerung- sind von akuter Armut betroffen. Laut dem Sozialministerium sind 12 % der Bevölkerung von der Armutsgefährdung betroffen. Sie sind noch nicht akut arm, aber gefährdet. Würde es keine Sozialleistungen geben und keine soziale Umverteilung, so würde dieser Wert bei 43 % der Bevölkerung liegen.
Wenn ich mir die Zahlen der Wirtschaftskammer Österreich ansehe, wo im Jahr 2008 ein Bruttoinlandsprodukt von 33 300 € prognostiziert wird- das ist der vierthöchste wert Europas, dann stimmt mich das nachdenklich warum es nach wie vor Armut und Armutsgefährdung gibt. Experten sprechen von einem strukturellen Problem. Das heißt, dass das soziale Netz nicht umfassend genug gestaltet ist, sodass immer noch zahlreiche Personen durch das soziale Netz hindurchfallen.
Doch was können wir nun gegen die Armut in Österreich ausrichten? Erstens muss das Sozialsystem noch umfassender gestaltet werden, sodass weniger Leute durch das soziale Netz hindurchfallen. Die Bundesregierung beschloss die bedarfsorientierte Mindestsicherung, die unter anderem ein Mindesteinkommen von 1000 Euro vorsieht. Auch eine diskutierte Steuerreform für kinderreiche Familien und Alleinerziehende sind wichtig, um die Armut im Zaun zu halten.
Zweitens ist die Integration der Migranten wichtig. Die Migranten stellen auch eine große Gruppe an Armutsgefährdeten dar. Die Bundesregierung hat eine Integrationsplattform errichtet, die eine Diskussionsgrundlage für eine gute Integration liefert. Das geht von einem Gratis-Deutschkurs und führt bis zur Verleihung des Staatsbürgerschaftsrechts.
Drittens ist die Bildungspolitik enorm wichtig um die Armut zu vermeiden. Wir sollten ein Bildungssystem schaffen, in der die soziale Selektion beendet wird. Wir können es uns nicht leisten Talente zu vergeuden. Das fängt mit der Kindergarten- oder Vorschulpflicht an und reicht über die Einführung der Gesamtschule, die noch genauer diskutiert werden sollte.
Kommen wir zur Arbeitsmarktpolitik: Da gibt es drei Problemfelder, die es noch genauer zu behandeln gilt: erstens müssen die Unternehmen dafür sorgen, ältere Personen für sich nutzbar zu machen. Ein durchschnittlicher Österreicher geht mit 62 Jahren statt mit dem gesetzlichen Alter von 65 Jahren in Pension. Bei Frauen beträgt das alter 57 anstatt der vorgeschriebenen 60 Jahren. Das muss geändert werden.
Zweitens müssen wir die Gleichstellung der Frau im Arbeitsmarkt erreichen. Ihre Berufstätigkeit reduziert die Armut in den Familien. Daher her mit Kinderbetreuungsplätzen und gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit im Vergleich mit Männern.
Drittens müssen wir es schaffen die Unternehmen zu überzeugen den Niedriglohnsektor zurückzuführen, auch mit staatlichen Anreizen. Viele Arbeitsplätze müssen geschaffen werden, die eine angemessene Entlohnung liefern.
Und schließlich brauchen wir aufgeweckte, sozial engagierte Bürger, die aufeinander schauen. Es gibt zahlreiche Initiativen wie Kost-Nix-Läden oder Diskontläden, die ein Überdierundenkommen der Armen sicherstellen. Auch die Schuldnerberatung ist eine wichtige Dienstleistung, um aus den Schulden herauszukommen.
 
Armut ist aber nicht nur ein österreichisches Problem, sondern ein globales. Armut gibt es nicht nur in einem reichen Industriestaat wie Österreich, sondern vor allem auch in Entwicklungsländern. Hier habe ich drei Kontinente im Visier: Lateinamerika: dort gibt es beträchtliche Arbeitslosigkeit und eine Armutsrate von 40 % der Bevölkerung. Stark betroffen sind Staaten wie El Salvador und NicaraguaIn Asien leben 3,5 Milliarden Menschen- das bevölkerungsreichste Kontinent- dort sind 900 Millionen Menschen in absoluter Armut. Hier sind Myanmar, Laos und Ost-Timor stark betroffen. Und das größte Sorgenkind auf dieser Welt ist Afrika, nämlich Afrika südlich der Sahara. Von 750 Millionen Menschen leben 290 Millionen in absoluter Armut. Zahlreiche weitere Faktoren wie bewaffnete Konflikte, AIDS oder schmmutziges Trinkwasser tragen ihr übriges dazu bei ihr Leid zu verschlimmern.
Zu den Lösungsvorschlägen: Bei den Entwicklungsstaaten können wir nicht ohne weiteres die Sozialausgaben erhöhen, weil es keine stabilen Institutionen gibt, die solcherlei Umverteilung gewährleisten könnten und außerdem weil es nicht genug Geld zum Umverteilen gibt. Die UNO hat im Jahr 2000 die Milleniumsziele verabschiedet, die eine Halbierung der absoluten Armut anpeilt. Außerdem gibt es seit den 1990er Jahren die Theorie der nachhaltigen Entwicklungshilfe, also: Wie kann man für die heutigen generationen einen Wohlstand erwirtschaften ohne die ökologische und ökonomische Grundlage der künftigen Generationen zu zerstören? Wichtig sind ein Aufbau stabiler staatlicher Institutionen, die Entwicklungshilfe sinnvoll gestalten, das heißt auch Kampf gegen Korruption. Weiters ein Schaffen fairer Handelsbedingungen, die auch den Entwicklungstaaten Chancen bieten im Wettbewerb zu konkurrieren. Die Industriestaaten müssen auch die Schulden erlassen und die Wirtschaft helfen zu wachsen. Es gibt eine wichtige Initiative vom Friedensnobelpreisträger Muammar Yunus, der die Mikrokreditbank gegründet hat. Diese vergibt Kredite an Bedürftige, die sich selbstständig ein kleines Geschäft finanzieren. Freilich müssen sie den Kredit zurückzahlen. Aber diese Initiative ist eine nachhaltige Lösung.
 
Ich komme zu dem Schluss, dass wir ohne einander nicht auskommen können. Wir sollten für einander da sein, um die Armut effektiv zu bekämpfen.
Armutsbekämpfung hat nichts mit Mitleid zu tun, sondern ist eine wirtschafts- und sozialpolitische Notwendigkeit. Bekämpfen wir die Armut, um bewaffnete Konflikte, Kriege, Zerstörung und Instabilitäten zu verhindern.
Ich hoffe, dass wenn wir eines Tages das Zepter der Macht/ Welt an unsere Kinder abgeben werden, eine Welt geschaffen haben, die die Armut, Not und Deprivation entscheidend bekämpft hat. Und wir alle wollen doch das Beste für unsere Kinder! Was ist das beste für mein Kind? Welche Schule soll es besuchen? Welche Universität? Daher schaffen wir solch eine gute Grundlage für unsere Kinder!
Ich hoffe, dass wir eine Welt an unsere Kinder abgeben werden, die in Frieden, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit und Solidarität erwachsen wird.
 
Dankeschön!
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