US-Präsidentenwahlen

Die US-Wahlen sind- so wie ich sie im Moment sehe- extrem teuer. Und das sind erst die Vorwahlen! Auch im fernen Europa elektrisiert viele Leute dieser Wahlkampf, der praktisch alle Register zieht. YouTube, als Internetplattform für die einzelnen Präsidentschaftsbewerber, FaceBook, Yahoo!, Zeitungen, Medien, Fernseher (Werbespots u.Ä.). Die beiden demokratischen Spitzenbewerber Barack Obama (140.576.911 Dollar/ Ende Jänner 2008) und Hillary Clinton (138.048.905 Dollar/ Ende Jänner 2008 (1.)), die immer noch um die Kandidatur kämpfen, haben bereits enorm viel Geld ausgegeben. Bei den Republikanern sieht es mit der Nominierung um einiges klarer aus, denn der Vietnam-Veteran und Senator aus Arizona hat es bereits geschafft. In europa scheint die Debatte wer in Frage kommt überhaupt bloss sehr einseitig zu sein. Ich kennen niemanden aus meiner Umgebung, die für John Mc Cain oder sonst einen Republikaner sind. Kein Wunder, die Partei von Präsident George W. Bush hat ein schweres Erbe hinterlassen. Beispielsweise das katastrophale Budget, das er 2008 verabschiedet hat. (2.) Im Prinzip handelt es sich um hohe Militärausgaben, Kürzungen im Sozial- und Gesundheitswesen und massive Neuverschuldungen. Die Staatsschulden belaufen sich zu Beginn seiner Legislaturperiode bei 57,4 % des BIP, nun werden 68,2 % vorhergesagt. (3.) Der Fischer Weltalmanach schreibt eigentlich nur grauenhaftes über den 43. Präsidenten der USA (4.) . Von Eskalation und Gewalt im Irak ist die Rede, ebenso von seiner unnachgiebigen Haltung zum Thema Umweltschutz. Das Gefangenenlager Guantanamo, wo Menschen ohne Beachtung ihrer Würde gefoltert werden, ist ebenfalls Kennzeichen dieser fehlgeleiteten Administration. Man kann davon ausgehen, dass die Geschichte ihn nicht gut beurteilen wird (5.) .
Für Amerika bringt es als mächtiger NATO-Partner und Supermacht nicht über die Vergangenheit nachzugrübeln. Es ist die Hoffnung, die das Wesen der USA kennzeichnet. Zeitungsredakteure sind dabei übereifrig was ihre Vorstellungen Richtung Obama betreffen (6.). Höre ich mir eine Rede von Barack Obama bei YouTube an (7.) , bin ich absolut fasziniert, ebenso wie zahlreiche andere Menschen, die ihre Hoffnungen auf den charismatischen, eloquenten Afroamerikaner setzen. Skepsis ist durchaus angebracht, denn schließlich weiß man nicht so genau ob er wirklich umfassende Reformen in der Außen- Wirtschafts- und Gesundheitspolitik durchsetzen wird. Seine gewaltige Redeleistung kann insoweit infrage gestellt werden, weil sie derartig große Erwartungen beim Wähler wecken, dass eine Enttäuschung unzumutbar ist. Seine Bilanz ist aber hervorragend. Im Moment laufen die Vorwahlen in Wyoming. Jetzt lässt sich trotz dem ziemlich offenen Wahlergebnis sagen, dass obama 1582 Delegiertenstimmen auf sich vereinen kann, seine Kontrahentin Clinton lediglich 1468 (8.)
Man hat sie gleichwohl abgeschrieben. Hillary Clinton hat zwar die großen Staaten (Kalifornien, Texas und New York) an ihrer Seite, aber das scheint offenbar nicht auszureichen. Nach dem Super Tuesday hat Clinton noch eindeutig geführt, aber das hat sich in den folgenden elf Vorwahlen geändert. Der "Change"-Moment wurde von Obama ergriffen. Unglücklicherweise kommt für die Ex-First-Lady hinzu, dass sie für die Siege in Florida und Michigan keinen einzigen Delegierten zugesprochen bekam, da beide Staaten irregulär wählten (der Wahltermin wurde ungültigerweise vorgezogen). Ihre Chancen befinden sich gleichwohl bei den unteren Einkommensschichten und (weißen) Frauen, neben den großen Staaten auch um die großen Seen. Entscheidend werden noch die Vorwahlen im bevölkerungsreichen Pennsylvania und die Entscheidung der Superdelegierten sein.
Die Programme der beiden Politiker sind aber relativ gleich.
Bei den Republikanern wird John McCain das Bewerberfeld anführen. Er ist liberal in innenpolitischen Belangen, aber konservativ in der Militärpolitik und das macht mich extrem nachdenklich. Die USA sollte mit seinen unnötigen Monsterausgaben für den Irakkrieg aufhören. Das kann man weder den künftigen Generationen (Schulden) noch den hart arbeitenden Menschen (Steuerzahler) aufbürden. Die Menschen fragen sich auch, wie es um die substanziellen Fragen bestellt ist und da muss man ein Armutszeugnis ausstellen. Wie kann man die Stuerkürzungen für Reiche verantworten? Wie kann man ein hohes Defizit, hohe Schulden verantworten? Wie kann man Kürzungen in der öffentlichen Wohlfahrt riskieren? Wie kann man nur von wichtigen Fragen ablenken, in dem man einen Krieg vom Zaum bricht? Wo ist die Stabilisierung der Lage? Diese Stabilität ist extrem fragil und beruht nur auf eine massive US-Truppenpräsenz (9.). Diese Irakfrage muss vom künftigen Präsidenten beantwortet werden. ein kurswechsel ist dringend nötig.
Und die Amerikaner? Wie denken die Amerikaner. Der ehemalige US-Vizepräsident und Nobelpreisträger Al Gore geht mit dem Volk scharf vors Gericht. Als ich heute einen Bücherladen besuchte, sah ich sein Buch "The Assault on Reason" und begann sofort die ersten Seiten zu lesen. Er prangert den Einfluss des Fernsehens an, weil die Menschen dadurch verdummen und dem reinen Entertainment verfallen. Es ist für einige Amerikaner wichtiger zu wissen wie es Paris Hiltons Hund geht als über die akuelle Politik informiert zu sein. Sehr interessant. (10., 11.)
Der Präsident wird nächstes Jahr ein neuer sein, ich hoffe auch ein guter. Ich hoffe Barack Obama.
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