Klimawandel

Empfehlenswert war Pro7 am 7.7.2007 wo nicht nur dreimal soviele Menschen geheiratet haben, weil das Glück bringen soll und einfach ein magisches Datum war, sondern auch weil ich mir "Die unbequeme Wahrheit" von Ex-Vizepräsident Al Gore angesehen habe. Er fordert die Treibhausgas und CO²-Reduktion ein. Das vollkommen zurecht, weil der Schnee weltweit schmilzt und den Wasserpegel dramatisch erhöht. Außerdem erinnern wir uns an den Sturm Kyrill, an weltweite Dürrekatastrophen und Überschwemmungen. Das Leben wird ungemütlicher und es lässt sich festhalten, dass die Menschen nur geborgt auf dem Planeten leben.
Indes zeigt der Demokrat Gore immer wieder die Mängel an der Bush-Regierung auf. Schließlich unterstützt sie weite Teile der Industrie und Wirtschaft nichts an der derzeitigen Situation zu ändern, dass die USA nämlich ca. 30 % des CO² ausstößt. Selbstverständlich kann das als weitere Kritik an die Politik der Vereinigten Staaten gesehen werden, wo die Wirtschaft alles daran tut alte Gewohnheiten mit neuen Technologien zu vermischen, was auch zur mangelnden Innovation in Sachen Autoindustrie abzulesen ist. Das alte Erdölverbrennen ist schlicht die einfachste Lösung. Gore versucht zu unterstreichen, dass es keinen Widerspruch gibt zwischen einer bewussten Klimapolitik und einer ebensolchen Wirtschaftspolitik. Im Gegenteil: Beides in Kombination schafft sogar Arbeitsplätze wie der klimafreundliche Kalifornien-Gouverneur Arnold Schwarzenegger zu beweisen versucht. Aufhören sollte man damit Forscher mit wahren Aussagen zu bedrohen, denn das ist höchst undemokratisch und gerade dieses gilt es zu Zeiten rapiden Klimawandels mitsamt Erderwärmung zu vermeiden. Das Interesse muss nachhaltig bestehen, dass die EU, USA, Russland, China und alle anderen Staaten dabei zusammenarbeiten eine besserere und freundlicherere Welt zu gestalten, welches sicherlich einen Beitrag in richtung Armutsbekämpfung macht. Denn mit einer wirtschaftlichen Grundlage, in dem man beispielsweise innovative Energien verwendet und in demenstsprechender Forschung investiert, kann man auch hier sich für die Unterschicht einsetzen, weil sie Startvorraussetzungen bekommt sich hochzuarbeiten. Eine Klimaverschlechterung hingegen kann nur die Ungleichheit fördern, weil sich die Reichen bei der Erderwärmung beispielsweise Klimaanlagen leisten kann in einem gemütlichen Büro. Freilich kann eine bewusste Klimapolitik nicht alleine zu Frieden und Wohlstand führen, was es stets zu verteidigen gilt. Aber es ist schon ein Schritt in diese Richtung.
Vergessen wir außerdem nicht, dass die Menschen in ihrer Generation nicht nur für sich selber leben, sondern auch Grundlagen und Rahmenbedingungen für kommende Generationen schafft. Gerade das sollte zu Zeiten rapiden Bevölkerungswachstums gelten. Es ist freilich noch genug Platz auf dieser Welt, aber bedenken wir auch, dass es dadurch gefährlicher wird, weil wir mehr Unsinn produzieren könnten. Gerade hier gilt es also verantwortungsbewusste ökologische Erziehungsarbeit zu leisten um Solidarität und Frieden weiterhin zu fördern und aufrechtzuerhalten. Dabei spielt der Staat als Vorbildwirkung definitiv eine wichtige Rolle, doch auch nicht mehr so viel wie früher, denken wir dabei an die positive Tatsache des kritischen Denkens der jungen Generation, aber auch an die vom Staat emanzipierte Generation, hervorgerufen unter anderem durch die starke Einwirkung der Medien, worauf wir uns doch stets beziehen wenn die Regierungsarbeit hart kritisiert wird. Der Staat schafft also nur die Rahmenbedingungen, aber auch druchaus wichtige. Das Kyoto-Protokoll und die verbindlichen Umweltschutzziele wurden von den nationalen Regierungen ratifiziert.
Ich vergesse natürlich nicht den besonderne Fortschritt, dass Regierungen die Umweltpolitik nicht mehr als Nebensache bezeichnen, sondern in Wahlkämpfen permanent thematisieren. Denken wir auch an die Stärkung der grünen Parteien, die zwar pragmatischere Ansichten haben als damals in den 1980ern, aber immer noch klare Bestrebungen haben, die beispielsweise kritisch gegenüber der Atomkraft stehen, die wir aus meiner Sicht nirgends brauchen, vor allem nicht dann wenn der Terrorismus teils zurecht als Gefahr für den Westen wahrgenommen wird.
Der einzelne Mensch kann anscheinend viel tun: Er kann kurze Autostrecken mit dem Fahrrad, den Öffentlichen Verkehrsmitteln (dringendst Ausbau!) oder zu Fuss erledigen, regionale Produkte einkaufen, Energiesparlampen verwenden, Haushaltsgeräte abschalten, auf Fernreisen verzichten oder Mülltrennung betreiben. Wem diese passive Umweltpolitik, die wir so dringend benötigen (ich halte mich selber nicht immer daran), zu wenig ist, der beteiligt sich an politischen Diskussionen. Was wir brauchen ist keine steigende Politikverdrossenheit, was teilweise zu verstehen ist, sondern gerade deshalb aktives Engagement. Man kann einen Job als Journalist, Politiker, NGO-Mitglied oder als Mitglied in einem Umweltverein anstreben, Leserbriefe an regionale, kommunale und nationale Zeitungen schreiben, sich in Parteien, Bürgerinititativen und sonstigen politischen Gruppen engagieren. Man muss vielleiht keine Bäume pflanzen und sie umarmen, aber ein grüneres Verhältnis macht sich nicht schlecht. Jeder einzelner kann schon etwas auslösen in dem er als Vorbild für die Nachbarn fungiert. Und das von Gore gepredigte Hintergrundwissen ansammeln darf auch nicht vergessen werden. Gerade das gibt unseren Handlungen einen Sinn.
Der Sinn des Filmes wurde aus meiner Sicht genau getroffen bzw. übertroffen. Gore hat uns sensibilisiert im Sinne des Klimawandels. Es sind vorbei die zeiten wo alles totgeschwiegen, lächerlich gemacht und ignoriert wurde. Das erkennt auch der US-Amerikaner und hat in diesem Sinne seinen Beitrag gemacht um die Welt netter, angenehmer und ökonomisch sinnvoller zu gestalten. Unsere kommenden Gnerationen werden uns vielleicht nicht danken, viel zu rapide ging die Entwicklung in eine falsche Richtung, aber sie werden vielleicht meine/unsere Generation als Vorbild dafür nehmen, dass durch moralische Veränderung eben diese faktisch zu erzielen ist. Und gerade das sollte als Mensch das oberste Ziel sein. Wir können denken und Schlussfolgerungen ziehen. Diese gilt es auch mit der moralischen Instanz politisch durchzusetzen.
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