G8

Die Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten (Anm.: der mächtigsten Industrienationen der Welt) wurden mit lautstarken Protesten der Autonomen empfangen. Verdenken kann man es ihnen nicht, schließlich sehen sie die alten Feindbilder in den starken, mächtigen Politikern und der Interessen der Großkonzerne, die den Markt Afrikas zerstören und ihren Einflussbereich vergrößern. Der Einwand Freihandel sei freie Ausbeutung, um den UN-Ernährungsexperten Jean Ziegler zu zitieren (Film We feed the world) ist nicht unrichtig. Aber wie gesagt: Feindbilder. Linksradikale und Anarchisten seien das und sind nicht an pragmatischen Lösungen interessiert, sondern an der Einschränkung menschlicher Entfaltung. Außerdem scheint die Gewaltverherrlichung das einzige Instrument der offenkundig gut organisierten Autonomen zu sein und das bringt uns auch nicht weiter (scheint paradox zu sein- Stichwort: Raketenabwehrschild der USA in Osteuropa). Und was ist mit der Polizei? Die ist dem Gesetzgeber praktisch unterworfen, schließlich müssen sie Erlässe, Verordnungen und Gesetze exekutieren, nur dadurch lässt sich die Funktionierbarkeit der Republik sichern. Trotz übler Methoden, ich erinnere da an Tränengas, Schlagstöcken und Wasserwerfern, muss man sie daher doch in Schutz nehmen. Ein Polizeistaat ist in Deutschland (noch) nicht festzustellen (ich erinnere an die ernsthafte Überlegung der Einsetzung der Überwachung (Stichwort: Überwachungsstaat)). Und letztendlich bleibt ein Blick auf den eigentlichen Zweck dieses Artikels: Den G8-Vertretern. Natürlich wird von der Merkel geschwärmt, sie sei die Retterin des Gipfels und der böse Bush hat sich nicht bindend an eine CO²-Reduktion festgelegt, so entsteht nun der berechtigte Eindruck Bush sei es vollkommen egal was nach seiner Präsidentschaft 2008 passiert und dass er damit unverantwortlich gegenüber den nachkommenden Generationen agiert (wieder ein Seitenhieb gegen die Neokonservativen!). Letzendlich bleibt festzustellen, dass Afrikahilfe (Schuldenerlass, wirtschaftliche Aufbauhilfe, AIDS-Hilfe) und Umweltziele leere Versprechungen sind, wie sie in Politikersprache (Ausdruck stammt von Herbert Grönemeyer) gerne bzw. verpflichtend gehalten werden. Aber mehr als Bemühungen kann man hier sowieso nicht bewegen. Außer man unternimmt wirklich etwas und verändert das Wirtschaftssystem mit einem Umdenken menschlicher Ziele. Wer sind wir? Wohin wollen wir? Was wollen wir erreichen? Zum Stichwort Afrika bleibt um einen afrikanischen Bauern zu zitieren: Was wir brauchen ist keine Hilfe, das bringt uns nur weiter in Abhängigkeit, sondern funktionierende Märkte. Eine Botschaft an die Industriestaaten also die Schutzzölle runterzugeben, die Agrarsubventionen zu stoppen, die Schulden zu erlassen und eben den Handel in Afrika zu gewähren. Außerdem kann man Wirtschaftshilfe realisieren siehe Marschallplan. Voraussetung ist freilich die win-win-Situation, aber die wird es durch entsprechende Maßnahmen ohnehin geben.
Ich will den Sinn der G8-Treffen nicht vollends bagatellisieren, so ist das Reden eine Möglichkeit neue Pläne zu durchdenken und Vorkehrungen zu treffen um präventiv Krisenherde auszuschalten. Nichtsdestotrotz entsteht der berechtigte Eindruck, dass dieses Treffen zu einer Versinnbildlichung der Ausbeutung, des Kapitalismus und der Umweltzerstörung ist.
Advertisements
This entry was posted in Nachrichten und Politik. Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s