Türkeis Streit

In der laufenden Diskussion um die Wahlen des neuen Präsidenten der Türkei drohte das Militär, das laizistisch-kemalistisch ist, unverhohlen mit einer Intervention, wenn Gül, der islamisch-konservative Präsidentschaftskandidat, und Außenminister, Staatsoberhaupt wird. Dabei wird er eben vom Parlament gewählt, wo die AKP eine überwältigende Mehrheit von 64% der Mandate besitzt, obwohl sie bei den Wahlen nur 34,4 % errungen hat ( http://news.orf.at/070429-11766/ ). Jetzt ist die Frage was man nun macht. Der Schritt zum Verfassungsgericht bewegt sich noch im Rahmen demokratischer Spielregeln. Egal welche Schlüsse es zieht-man muss die Eentscheidiung akzeptieren. Demokratiepolitisch muss man auch die Stellung der AKP verteidigen. Aber warum ist das Mehrheitswahlrecht so stark ausgefallen? Daher sollte es ein Verhältniswahlrecht geben und die Präsidentschaftskandidaten direkt vom Volk gewählt werden. Auf lange Dauer ist es nicht ratsam das Militär, das eigentlich in einer Demokratie nur eine untergeordnete Stellung hat, so stark existieren zu lassen. Aber ist der Islamismus nicht eine Gefahr? Vielleicht, aber der europäische Reflex der Islamophobie ist mindestens ebenso bedenklich. Terroristen sind nicht religiös; Jobwegnehmer sind die Türkeganz bestimmt nicht-Wo liegt also das Problem? Es ist mir schon klar, dass der Laizismus ein europäischer Grundwert ist. Dieser kann sich aber nur auf eine vollentwickelte Staatsstruktur stützen. Die Antiregierungs-Demonstranten sind ja hauptsächlich urban. Diese Leute haben Angst vor einem "Rückfall". Aber sie stellen nicht die Mehrheit der Bevölkerung dar, denn die befindet sich irgendwo am Land. Daher ist es jetzt falsch irgendetwas türkenfeindliches zu sagen, dass sie sich weg von Europa bewegen. Wir können nicht erwarten, dass die türkische Gesellschaft lupenrein agiert- aber sie ist allemal besser als ganz andere Gesellschaften ( http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkei ). Ich hoffe der Konflikt wird gewaltfrei beendet werden.
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