Amoklauf

Ein südkoranisch-stämmiger US-Amokläufer hat am Montag dem 16.4.2007 32 Menschen getötet und über 50 verletzt. Die Kritik gilt in erster Linie der US-Administration, den Politikern, der Waffenlobby und der restlichen Befürworter eines liberalen Waffengesetzes. Selbstverständlich, so eines ihrer Argumente, sind alle Menschen für ihre Taten verantwortlich, aber die Politik schafft Rahmenbedingungen innerhalb derer man sich bewegen sollte. In Österreich, wo es ein restriktives Waffengesetz gibt, existiert keine (starke) Mentalität des Mordens, sei es Selbstmord oder Mord. Der US-Waffengegner Michael Moore behauptet, dass sogar nur 2% aller Schüsse von Waffen die "richtigen" Täte" treffen. Und dann noch das Argument, dass ein unbescholtener Bürger ausgereicht hätte um den Amokläufer unschädlich zu machen, ist daher zu leicht gesagt. In der Schule/Universität gibt es strengere Waffengesetze und wenn ein paar davon nicht mit Stress umgehen können, was die Amerikaner dank dem Marginalisierungseffekt verlernen, dann greifen sie eben zu Waffen und treiben Unsinn. Und das letzte Argument, dass nur unbescholtene Bürger Waffen tragen dürfen, ist auch lächerlich, weil es sich bei Waffenbesitzern nicht um eindeutig definierbare Mörder handelt, sondern um introvertierte, ruhige, schwer gängliche aber unauffällige brave Steuerzahler, die unerwartet zuschlagen. Und trotzdem war sich die FPÖ nicht zu schade ein liberaleres Waffengesetz zu fördern, weil man sich angeblich gegen solche Verbrecher zu verteidigen sucht. Aber die Frage bleibt: Wo erreichen wir einen Vorteil, wo einen Nachteil? Und der kritische Punkt ist ja, dass man sich auf diese scheinbare Binsenweisheit nicht stützen kann, weil wie gesagt der unbescholtene Bürger dieses Unheil anstellt. Die US-Politik steht nicht in einem guten Licht, also sollte sie einen Kurswechsel vesuchen.
Aber anders gesehen hat das auch mit Wahlkampfgeld zu tun. Die Waffenlobby schmiert die hohen Politiker, damit sie das Waffengesetz erhalten, um damit Geld für den eigenen Wahlkampf zu erhalten, was essenziell für die darauffolgende Legislaturperiode ist. Das sind die Zusammenhänge. Die Frage bleibt was dagegen getan wird.
Und außerdem: Was ist mit den Hinterbliebenen? Während wir ganz gemütlich darüber plaudern und Kritik betreiben verschlechtert sich der durchschnittliche Zustand der US-amerikanischen Gesellschaft und die Hinterbliebenen stehen unter Schock und weinen. Aber sie erkennen neben dem doch zum Teil rationalen Gefühl des Hasses wie verschreckt sie selber sind. Denn irgendwann sitzt bald jeder US-Bürger mit der Waffe in der Hand und "verteidigt" sich. Dieses Gefühl steigert nicht, sondern senkt das subjektive Sicherheitsgefühl, denn das ist negative Angst und das muss die Gesellschaft anerkennen, auch wenn die Perspektiven negativ erscheinen. Wann werden also die Waffen in Privatbesitz illegal? Die wahre Antwort lautet: Solange die Mächtigen herrschen und die kleinen Bürger sich gegenseitig aufhetzen gar nicht. Doch das kann es nicht gewesen sein. Wir dürfen nicht immer erst reagieren, wenn zahlreiche Menschen sterben.
Advertisements
This entry was posted in Nachrichten und Politik. Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s