Ostern und Armut

Wir können diesen Rufen nach mehr Christentum zur Zeit Osterns nicht ausweichen. Die (katholischen) Geistlichen reden wieder von "mehr glauben". Ja, ein starker Gegentrend zum Säkularismus wird aufgerufen. Wir sollen uns an die Auferstehung Jesu erinnern. Wir sollten wieder humanitärer sein. Ja, vielleicht soll es so sein. Immerhin definiert sich das Christentum als soziale Bewegung, sprich für die Armutsbekämpfung, für ein Miteinander. Und das nur ein einziges Mal im Jahr. (Vielleicht auch zu Weihnachten, aber auch nicht so stark) Solidaritätsbekundungen sind Werte, die höchst kostbar sind und die uns in der sich kälter werdenden globalisierenden Gesellschaft wieder wachrufen kann. Warum denn nicht mittels einer doktrinär geprägten Religion? Dadurch wird sich der Säkularismus in Europa auch nicht mehr aufhalten lassen. Und niemand bezweifelt die Grundsätze der strikten Trennung zwischen Politik und Religion. Aber der soziale Grundgedanke darf sich auch auf die Politik auswirken und dadurch automatisch auf die scheinbar deregulierte Wirtschaft.
Nur die Diskussion um die Bezweiflung von Bibelgeschichten, oder Gräberorte von Jesu sind mir vollkommen egal. Ich möchte nämlich niemanden dazu anstiften darüber zu reden, wobei ich weder Fundamentalist noch Antichrist bin.
Und zum Schluss will ich einen Artikel von der Samtags-"Presse" kommentieren. Es ging um die Anzweiflung des Bettelverbotsgesetzes-Nicht die Armen solle man bekämpfen, sondern die Armut. Nichtsdestotrotz widmete die dummbürgerliche "Kronenzeitung" einen ganzen Artikel für den "selbstlosen Einsatz der Wiener Exekutive im Kampf gegen gefährliche Schlepper aus dem Osten". Gewiss sind Ostbanden ein Problem für die Polizei und ich will sie mit keinem Wort verteidigen, aber gewiss ebensowenig eine Gefahr. Schließlich darf man nicht außer Acht lassen, dass die Bettler in Wirklichkeit keine Gefahr ausstrahlen und unter schlechtesten Lebensbedingungen zum betteln genötigt werden. Aber populistische Propaganda hat offenbar mehr Beliebtheitswert, sind sie ja die meistgelesenste Zeitung Österreichs. Und auch die Rechtspartien diskutieren bereits ein Bettelverbot. Ja, man besiegt die Bettler, nicht wahr? Aber wenn das Betteln illegal ist, was sollen die Menschen denn sonst machen? Sie haben schlicht keine Existenz und werden für Hungern und Obdachlosigkeit auch noch strafrechtlich verfolgt. Das ist nur Verteidigung asozialer Politik und hat keinen positiven Effekt.
Advertisements
This entry was posted in Gesellschaft. Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s